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Eine neue Betrugsmasche ist in Umlauf

Betrüger geben sich beispielsweise als Post-Mitarbeiter aus, um Opfer dazu zu verleiten, eine kostenpflichtige 0901-Nummer anzurufen.

Nicht immer sind Anrufe auf kostenpflichtige Nummern eine schlechte Idee: Die Hotline der SBB läuft ebenso über eine 0900-Nummer wie das Beratungstelefon des Kinderspitals Zürich. Und wer ab und zu bei Wettbewerben mitmacht, beispielsweise bei SRF, dem sind auch die Nummer mit der Vorwahl 0901 nicht unbekannt.

Doch leider gibt es immer wieder Versuche, Konsumenten mit Hilfe solcher Telefonnummern zu betrügen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat diese Woche dazu eine Warnung veröffentlicht: Unbekannte rufen an, um ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu verleiten, eine kostenpflichtige 0901-Nummer anzurufen. Ein Anruf auf eine solche «Mehrwertdienstnummer» kostet in der Regel mehrere Franken pro Minute. Deshalb werden die Opfer möglichst lange in ein Gespräch verstrickt, was natürlich zu entsprechend hohen Telefonrechnungen führt. Bei diesem Vorgehen handelt es sich unter Umständen um eine absichtliche Täuschung – wenn bewiesen werden kann, dass der Anrufer besonders perfide vorgegangen ist.

Dem Seco sind unterschiedliche Varianten solcher Anrufe bekannt:

  • Der Anrufer gibt sich als Mitarbeiter der Post aus. Er sagt, ein Paket sei falsch ausgeliefert worden.
  • Der Anrufer verspricht einen speziellen Service für Rentner. Er erklärt, dass eine Beratungsstelle für gesellschaftliche, medizinische und rechtliche Fragen unter einer 0901-Nummer zu erreichen sei.
  • Der Anrufer preist eine Gratis-Sprechstunde bei einer Hellseherin an.
  • Der Anrufer erzählt, man habe eine Reise gewonnen.


Dabei handelt es sich um folgende Nummern:

0901 901 033, 0901 000 008, 0901 552 553, 0901 737 737, 0901 901 082, 0901 901 100

Jeder Inhaber ist online einsehbar

Interessant: Jede dieser Nummern wird vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) geprüft und freigeschaltet. Die Inhaber dieser Nummern lassen sich sogar auf der Seite der Bakom problemlos aufrufen (eofcom.ch/liste). Für die Nummer 0901 901 033 beispielsweise ist ein Karim Fassatoui eingetragen, wohnhaft in Frankreich. Als Korrespondenzadresse ist eine Anschrift in Mühlau AG angegeben.

Obwohl das Seco eine Warnung für diese Nummer veröffentlicht, bleibt diese (vorerst) in Betrieb. Wie kann das sein? «Es gibt Kriterien, die erfüllt werden müssen, damit jemand eine solche Nummer erhält», erklärt Bakom-Sprecher Reto Hügli. Jede Firma, die beispielsweise eine Korrespondenzadresse in der Schweiz angibt, könne eine solche Nummer beantragen. «Sind diese Bedingungen erfüllt, teilen wir die Nummer zu. Inhaltlich können wir die Angebote nicht prüfen.» Darum seien Beschwerden (beispielsweise wegen unlauterem Wettbewerb) direkt ans Seco zu richten. Aber auch das Bakom selbst überprüfe solche Nummern regelmässig, verspricht Hügli.

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