Sozial-Politisch

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Corona-Virus: Eltern erhalten Entschädigung, wenn Sie behinderte Kinder betreuen müssen

Bereits am 20. März hatte der Bundesrat beschlossen, dass Eltern mit Kindern unter 12 Jahren eine Erwerbsentschädigung erhalten, wenn sie ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen müssen, weil die Fremdbetreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet ist. Weil aber nicht nur Kitas, sondern auch Betreuungsangebote von Personen mit Behinderungen wie Sonderschulen, Heime oder Werkstätten aufgrund der Corona-Massnahmen geschlossen worden sind, hat der Bundesrat beschlossen, dass auch Eltern von Kindern mit Behinderungen bis 20 Jahren Erwerbsersatz erhalten können, wenn diese auf Tagesbetreuung angewiesen sind. Inclusion Handicap hatte sich hierfür eingesetzt.

Anspruchsberechtigt sind Eltern von Jugendlichen, die in eine Sonderschule gehen oder einen Intensivpflegezuschlag der IV erhalten. Voraussetzung ist, dass die Sonderschule, respektive die Schule oder die Eingliederungsstätte wegen den Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geschlossen wurde.

Inclusion Handicap findet es enttäuschend, dass Eltern oder Angehörige, die eine erwachsene Person mit einer Behinderung pflegen, weiterhin keinen Anspruch auf eine Erwerbsausfallentschädigung haben. Denn auch viele Angebote für Personen über 20 Jahren, die auf eine Tagesstruktur angewiesen sind, sind geschlossen worden. Eltern und Angehörige, die nun in die Bresche springen und dadurch einen Erwerbsausfall erleiden, gehen jedoch leer aus.

Erstellt: SBV-Interessenvertretung
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