/ Interessenvertretung

Jetzt gilts ernst: Velos von Falschparkierern werden abtransportiert!

Polizei räumt Velos von der Aarebrücke in Olten.

Sicher im Veloständer: Wer sein Rad so ordentlich verstaut und erst noch «personifiziert», hat Räumungsaktionen wenig zu fürchten.

Jetzt gilts ernst für Falschparkierer am Kopf der Bahnhofbrücke Olten; behindernde Göppel werden von der Polizei abgeräumt.

Im rechten Ecken dieses Raumes, dessen Standort die Polizei nicht
preisgeben will, werden die Velos gelagert.

Acht Fahrräder stehen da am Montagmorgen kurz nach elf Uhr. Korrekt parkiert. Der eben erst eingerichtete Veloparkplatz am Amthausquai ist augenscheinlich noch nicht dermassen nachgefragt, um ihn populär zu nennen. Aber: Auch ein Augenschein am Ostkopf der Bahnhofbrücke verrät: Ferienzeit. Nicht alle Veloständer sind belegt.

Es herrscht fast so etwas wie Ordnung dort. Da zeugt die Tat eines Spassvogels von andern Zeiten. Vor einiger Zeit hat der nämlich «seinen» gewohnten Abstellplatz mit einem wasserfesten Marker gekennzeichnet und wohl im Übermut das Wort «Meins» auf das Arretierungsplättchen «seines» Veloständers geschrieben. Klar: Man muss schliesslich wissen, wo man das eigene Rad im alltäglichen Tohuwabohu wiederfindet.

Es scheint, als sei die Botschaft der Plakate von vielen Nutzern, wenn auch nicht von allen, verstanden worden. Am Ostkopf der Bahnhofbrücke und auf der Brücke selbst werden um diese Uhrzeit nämlich Affichen platziert, welche säumige Fahrradnutzende jetzt mahnen: «Danke, dass Sie hier nicht parkieren! Zweiräder, welche am Brückengeländer angebunden und/oder verkehrsbehindernd auf dem Rad- oder Fussweg parkiert sind, werden durch die Polizei abtransportiert!»

Eines der Plakate kommt dorthin zu stehen, wo – trotz Ferienzeit – Velos ans Brückengeländer gekettet sind. Da müssen künftig die Alarmglocken gellen, wirkt der Hinweis auf die neuen Veloparkplätze am Amthausquai wie ein Fanal, versehen mit einer Telefonnummer der Kantonspolizei, präziser des Regionenposten Olten.

Wer dort anruft, kann künftig sein Fahrrad im Fall der Fälle telefonisch zurückverlangen. Zu den offiziellen Bürozeiten, wie das Plakat verrät. Wie Andreas Mock als Pressesprecher der Kantonspolizei auf Anfrage erklärt, können sich die Eigentümer dieser abtransportierten Velos beim Regionenposten (oder Posten Olten City) melden. «Dort werden die Angaben zur Identifizierung des fraglichen Fahrrades geprüft und dann der Herausgabetermin an die rechtmässigen Besitzer vereinbart.»

Grundsätzlich hoffe man, dass Plakate und Hinweise der Stadt zur Entspannung der Situation beitragen und Velos entlang der Brücke erst gar nicht so abgestellt würden, dass die Polizei sie wegnehmen müsse. «Das würde allen Beteiligten unnötigen Ärger ersparen», meint Mock.

Nein, mit einer Busse müsse vorderhand nicht gerechnet werden, so Mock weiter. Die Räumungspraxis lässt sich denn auch als eher moderat oder gar zurückhaltend etikettieren.

Die Polizei stellt um
Welchen Fahrrädern aber droht nun wirklich der Abtransport? Mock präzisiert: «Velos, die den Verkehr behindern oder gefährden, werden nach einer Übergangszeit von einigen Tagen entweder von uns, der Polizei, umplatziert oder – wenn sie weggeschnitten werden müssen und daher nicht mehr gesichert sind – von der Polizei in einen abgesperrten Raum aufbewahrt.» Gut zu wissen: Die Räder werden von der Polizei wenisgtens einige Wochen aufbewahrt.

Erstellt: Thomas Biedermann 19.10.2018, 13:30 Uhr
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