Maskenpflicht im ÖV

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Schutzmaskenpflicht

Der Bundesrat hat auf die ansteigenden Fallzahlen der letzten Tage reagiert

Bisher galt im öffentlichen Verkehr die dringende Empfehlung, zu Stosszeiten eine Maske zu tragen. Diese wurde aber wenig befolgt. Mit seinem Entscheid reagiert der Bundesrat auch auf Empfehlungen von Experten und auf den Wunsch einiger Kantone.

Maske

Massnahmen ab 6. Juli

  • Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 1. Juli 2020 verschiedene Massnahmen getroffen, um eine erneute Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.
    Angesichts des zunehmenden Reiseverkehrs und der seit Mitte Juni ansteigenden Zahl der Neuansteckungen hat er entschieden, für den öffentlichen Verkehr ab Montag, 6. Juli schweizweit eine Maskenpflicht einzuführen.

  • Zudem müssen sich Einreisende aus gewissen Gebieten in Quarantäne begeben.

  • Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen bleiben bis voraussichtlich Ende August verboten.

Das Wichtigste

Gründe

  • Die Maskenpflicht gilt unabhängig davon, wie viele Leute im öffentlichen Verkehr unterwegs sind. Man weiss nicht im Voraus, wie viele Personen zusteigen werden. Angesichts des Berufsverkehrs sowie des Freizeitverkehrs in der Ferienzeit ist grundsätzlich mit einem hohen Personenaufkommen zu rechnen.

  • Wer sich weigert, eine Maske zu tragen, muss das Verkehrsmittel an der nächsten Station verlassen. Widersetzt sich eine Person den Aufforderungen der Sicherheitsleute und verlässt das Fahrzeug nicht, kann sie wegen Ungehorsam eine Busse bekommen (via normales Bussenverfahren, keine Ordnungsbusse).

  • FAQ des Bundes vom 1.  Juli 2020

Nachdem der Bundesrat die Massnahmen zur Bekämpfung der Coronavirusepidemie weitgehend aufgehoben hat, sind wieder mehr Menschen mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs. Dabei kann der empfohlene Abstand oft nicht eingehalten werden. Angesichts des zunehmenden Reiseverkehrs und der seit Mitte Juni steigenden Fallzahlen verstärkt der Bundesrat die Schutzmassnahmen und beschliesst in einem Grundsatzentscheid eine durchgehende Maskenpflicht in allen öffentlichen Transportmitteln. Personen ab 12 Jahren müssen ab Montag, 6. Juli, in Zügen, Trams und Bussen ebenso wie in Bergbahnen, Seilbahnen oder auf Schiffen eine Maske tragen.

Ausnahmen

Der Bundesrat hält in der Verordnung fest, dass ein Teil der Bevölkerung von der Maskenpflicht ausgeschlossen ist. Dies sind «Personen, die aus besonderen Gründen, insbesondere medizinischen, keine Gesichtsmasken tragen können». Dies gilt für einen Teil der Menschen mit Behinderungen, wenn sie z.B. die Masken nicht selbstständig an- und abziehen können. Ein paar Beispiele:

    • Ein Teil der Bevölkerung kann wegen motorischen Einschränkungen keine Maske an und abziehen, so z.B. Personen mit Tetraplegie oder gewissen Muskelkrankheiten.

    • Eine Maske kann bei einem akuten Krampfanfall (z.B. Epilepsie) oder bei Atemwegserkrankungen das Erstickungsrisiko erhöhen.

    • Für Passagiere mit Autismus kann eine Maske Stress und Panik auslösen, der zu einem sog. Meltdown führen kann. Für viele ist das Maskentragen eine zu grosse sensorische Herausforderung.

    • Viele Personen mit einer Hörbehinderungen sind für die Kommunikation darauf angewiesen, die Lippen des Gegenübers zu lesen.

    Es gibt vielfältige und zum Teil individuelle Gründe, weshalb gewisse Menschen mit Behinderungen keine Masken tragen. Inclusion Handicap ruft deshalb die ÖV-Nutzerinnen und -Nutzer sowie die Transportunternehmen auf, diesen Umständen Rechnung zu tragen, und einer Stigmatisierung vorzubeugen. Oftmals sind Behinderungen auch nicht auf den ersten Blick sichtbar. Betroffene haben gute Gründe, weshalb sie keine Maske tragen (und dies auch nicht müssen). Im Zweifelsfalle hilft vorurteilsloses Nachfragen.

    Interview mit Marc Moser (Inclusion Handicap)

    Eigenverantwortung bleibt wichtig:

    Vor einer Ansteckung schützen Sie sich am besten, indem Sie die Hände regelmässig mit Seife waschen und Abstand halten. Befolgen Sie daher weiterhin die Hygiene- und Verhaltensregeln. Das neue Coronavirus soll sich nicht wieder stärker verbreiten.

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